Grundlagen
Was ist ein Knochenmarködem?
Ein Knochenmarködem – auch „Bone Bruise" oder Knochenprellung – bezeichnet eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Inneren des Knochens. Diese entsteht meist als Reaktion auf eine Verletzung, Überlastung oder entzündliche Veränderung.
Ursachen
Ursachen eines Knochenmarködems
Trauma
Sturz, Verdrehung, Prellung oder nicht verschobener Bruch können Gefäße im Knochen verletzen.
Überlastung
Intensive sportliche Aktivität (Laufen, Fußball, Ski) kann zu Mikroverletzungen im Knochen führen.
Entzündungen
Arthritis, Rheuma oder Knochenentzündung (Osteomyelitis) können Flüssigkeitseinlagerung verursachen.
Stoffwechselstörungen
Osteoporose, Knocheninfarkt oder Durchblutungsstörungen können ein Ödem begünstigen.
Lokalisation
Häufig betroffene Bereiche
Kniegelenk
Am häufigsten betroffen. Bei Sportverletzungen, Meniskusschäden oder Arthrose.
Sprunggelenk
Nach Umknickverletzungen oder Bänderrissen.
Hüftgelenk
Bei Femurkopfnekrose oder nach Sturzverletzungen.
Wirbelsäule
Durch degenerative Prozesse oder Mikrofrakturen.
Mittelfuß
Häufig bei Läufern oder nach längerer Überlastung.
Symptome
Symptome
Tiefe, dumpfe Schmerzen – verstärkt bei Belastung
Schwellung oder Druckempfindlichkeit im betroffenen Bereich
Bewegungseinschränkung – Gelenk fühlt sich steif oder blockiert an
Bereits leichter Druck auf die Stelle kann schmerzhaft sein
Selten: lokale Überwärmung oder leichte Rötung
Therapie
Behandlung
In vielen Fällen heilt das Ödem konservativ aus. Wichtig sind eine frühzeitige Diagnose und individuelle Therapieplanung.
Ruhigstellung
Schonung oder Entlastung mit Gehstützen oder Orthesen.
Schmerztherapie
NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerz- und Entzündungskontrolle.
Physiotherapie
Gezielte Übungen zur Gelenkbeweglichkeit und Muskelaktivierung.
Injektionen
Kortikosteroide oder ACP/PRP bei entzündlicher Ursache.
Kältetherapie
Kühlpacks bei Schmerz, Schwellung und lokaler Überwärmung.
Operative Maßnahmen
Dekompression oder Knochenrekonstruktion bei chronischen Verläufen.
Häufige Fragen
Ihre Fragen –
kurz beantwortet.
Was ist ein Knochenmarködem im Knie?
Eine Flüssigkeitseinlagerung im Knochen unterhalb des Gelenkknorpels, meist als Reaktion auf Überlastung, ein Trauma oder Durchblutungsstörungen. Es ist nur im MRT sichtbar und kann erhebliche Schmerzen verursachen.
Wie wird ein Knochenmarködem behandelt?
Basis ist die konsequente Entlastung mit Stützkrücken. Ergänzend kommen Infusionstherapien und Stoßwellentherapie zum Einsatz; in hartnäckigen Fällen kann eine retrograde Anbohrung den Heilungsprozess anregen.
Wie lange dauert die Heilung eines Knochenmarködems?
Je nach Ursache und Ausprägung mehrere Wochen bis Monate. Regelmäßige Verlaufskontrollen – klinisch und per MRT – stellen sicher, dass die Therapie anschlägt.
Ihre Frage ist nicht dabei? Wir beantworten sie gerne persönlich.
Medizinisch geprüft von
Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Marcus Hofbauer, MBA
Facharzt für Unfallchirurgie · Kniespezialist in Wien · Zuletzt aktualisiert am 23. Juli 2026