Patellaluxation

Kniescheibenverrenkung – von konservativer Stabilisierung bis zur operativen Korrektur.

Anatomie

Die Kniescheibe

Die Kniescheibe (Patella) ist ein dreieckiger Knochen, eingebettet in die Quadrizepssehne. Sie optimiert die Kraftübertragung und schützt das Kniegelenk.

Verbesserung der Hebelwirkung des Oberschenkelmuskels
Führung und Stabilisierung der Quadrizepssehne
Schutzfunktion bei Druck, Bewegung und Stoß
Reibungsarme Bewegung durch dicke Knorpelschicht

Formen

Was ist eine Patellaluxation?

Bei einer Patellaluxation springt die Kniescheibe aus ihrer natürlichen Führung – meist nach außen.

Traumatische Luxation

  • Kniescheibe springt plötzlich nach außen
  • Akute, starke Schmerzen und Schwellung
  • Häufig Knorpelverletzungen und Bandeinrisse
  • Meistens bei Sportunfällen oder direktem Aufprall

Habituelle Luxation

  • Wiederholtes Verrutschen bei Alltagsbewegungen
  • Angeborene Fehlstellungen als Ursache
  • Chronische Unsicherheit und Schmerzen
  • Langfristig Knorpelschäden und Instabilität

Risikofaktoren

Angeborene Risikofaktoren

Patella alta

Kniescheibe sitzt zu hoch – tritt spät in die knöcherne Führung ein.

X-Bein-Fehlstellung

Erhöhter seitlicher Zug auf die Kniescheibe.

Trochleadysplasie

Zu flache oder asymmetrische Gleitrinne im Oberschenkelknochen.

Rotationsfehlstellungen

Verdrehte Oberschenkelachse beeinflusst den Bewegungsablauf negativ.

Patelladysplasie

Fehlgeformte Kniescheibe passt nicht optimal ins Gleitlager.

Therapie

Operative Verfahren

01

MPFL-Rekonstruktion

Das wichtigste Stabilisierungsband wird mit körpereigenem Sehnenmaterial ersetzt oder verstärkt.

02

Tuberositasversetzung

Die Ansatzstelle der Kniescheibensehne wird versetzt, um den Zugwinkel zu korrigieren.

03

Trochleaplastik

Stark abgeflachte Gleitbahn wird chirurgisch vertieft und neu geformt.

04

Umstellungsosteotomie

Korrektur der Beinachse zur Optimierung der Kraftverteilung im Knie.

Häufige Fragen

Ihre Fragen –
kurz beantwortet.

Was tun bei einer ausgekugelten Kniescheibe?

Nach der ersten Luxation erfolgt eine genaue Abklärung mit Röntgen und MRT, um Begleitverletzungen wie Knorpel-Knochen-Absprengungen auszuschließen. Bei einer Erstluxation ohne Begleitschäden ist oft eine konservative Therapie möglich.

Wann ist eine Operation bei Patellaluxation notwendig?

Bei wiederholten Verrenkungen, abgesprengten Knorpel-Knochen-Fragmenten oder ausgeprägter Instabilität. Standardverfahren ist die MPFL-Rekonstruktion, bei Bedarf kombiniert mit knöchernen Korrekturen.

Wie hoch ist das Risiko einer erneuten Patellaluxation?

Ohne Behandlung verrenkt sich die Kniescheibe bei einem relevanten Teil der Betroffenen erneut – das Risiko ist bei jungen, sportlichen Patienten und anatomischen Risikofaktoren am höchsten. Eine individuelle Abklärung ist daher wichtig.

Ihre Frage ist nicht dabei? Wir beantworten sie gerne persönlich.

Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Marcus Hofbauer, MBA

Medizinisch geprüft von

Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Marcus Hofbauer, MBA

Facharzt für Unfallchirurgie · Kniespezialist in Wien · Zuletzt aktualisiert am 23. Juli 2026

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